Du öffnest eine Dose Hundefutter, kippst sie in den Napf und plötzlich fällt dir etwas auf:
Zwischen den Fleischstücken befindet sich eine gelartige Masse, die alles zusammenhält.
Manche nennen es Soße.
Andere sagen einfach: „Das sieht aus wie Wackelpudding.“
Viele Hundeeltern sind genau in diesem Moment verunsichert.
Ist das Fett?
Gehört das überhaupt ins Hundefutter?
Oder ist das irgendein Zusatzstoff?
Und genau hier kommen sogenannte Bindemittel im Hundefutter ins Spiel.
Diese Stoffe sorgen dafür, dass Nassfutter eine bestimmte Konsistenz bekommt. Sie können Flüssigkeit binden, eine Gelee-Struktur erzeugen oder dafür sorgen, dass Fleischstücke zusammenhalten.
Das Problem:
Über Bindemittel wird selten gesprochen, obwohl sie in vielen Futtersorten vorkommen.
Noch verwirrender wird es, weil manche Futtersorten komplett ohne Bindemittel auskommen, während andere gleich mehrere davon enthalten.
Deshalb schauen wir uns in diesem Artikel einmal ganz genau an:
was Bindemittel im Hundefutter eigentlich sind
welche Stoffe am häufigsten verwendet werden
ob sie für Hunde problematisch sein können
und warum manche hochwertigen Futtersorten bewusst darauf verzichten
Denn wenn du einmal verstanden hast, warum Gelee im Nassfutter entsteht, kannst du die Zutatenliste deines Hundefutters plötzlich ganz anders lesen.
Und genau das schauen wir uns jetzt Schritt für Schritt an.
Inhaltsverzeichnis
Was sind Bindemittel im Hundefutter?
Bindemittel im Hundefutter gehören zu den sogenannten technologischen Zusatzstoffen. Ihre Aufgabe ist nicht, den Hund mit Nährstoffen zu versorgen, sondern die Konsistenz des Futters zu beeinflussen.
Ganz einfach gesagt:
Bindemittel sorgen dafür, dass Nassfutter zusammenhält.
Sie können zum Beispiel:
Flüssigkeit binden
eine Gelee-Struktur erzeugen
Fleischstücke stabilisieren
verhindern, dass sich Bestandteile im Futter voneinander trennen
- Flüssigkeiten reduzieren bzw. sogar ganz beseitigen
Ohne solche Stoffe würde eine Dose Nassfutter oft ganz anders aussehen.
Typisch wäre dann:
Fleischstücke
Fett
Fleischsaft
Bestandteile, die sich voneinander trennen
Für Hunde ist das überhaupt kein Problem.
Viele Hunde würden ein solches Futter sogar genauso gerne fressen.
Für uns Menschen wirkt diese Optik jedoch oft ungewohnt oder sogar unappetitlich.
Deshalb greifen Hersteller bei manchen Rezepturen auf Bindemittel zurück. Diese sorgen dafür, dass das Futter eine gleichmäßige Struktur bekommt und sich zum Beispiel eine Soße oder ein Gelee bildet.
Solche technologischen Zusatzstoffe werden häufig eingesetzt, um Flüssigkeit zu binden oder die Konsistenz von Futtermitteln zu stabilisieren.
Wichtig zu verstehen ist dabei:
👉 Bindemittel haben keinen ernährungsphysiologischen Nutzen für den Hund.
Sie erfüllen in erster Linie technologische Aufgaben bei der Herstellung.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass ein Futter mit Bindemitteln schlecht ist. Entscheidend ist immer:
welche Bindemittel verwendet werden
in welcher Menge sie enthalten sind
und wie die gesamte Rezeptur aufgebaut ist
Im nächsten Abschnitt schauen wir uns deshalb an, warum Hersteller Bindemittel überhaupt einsetzen und welche Rolle dabei unsere Erwartungen als Hundeeltern spielen.
Warum Hersteller Bindemittel im Hundefutter einsetzen
Viele Hundeeltern gehen automatisch davon aus, dass Bindemittel im Hundefutter eingesetzt werden, weil der Hund sie braucht.
Das stimmt so nicht.
Bindemittel erfüllen in erster Linie technologische Funktionen bei der Herstellung von Nassfutter.
Es gibt mehrere Gründe, warum Hersteller sie einsetzen.
1. Eine gleichmäßige Konsistenz
Wenn Fleisch erhitzt wird, passiert Folgendes:
Eiweiß verändert seine Struktur
Fett tritt aus
Fleischsaft entsteht
Das Ergebnis kann sein, dass sich in der Dose verschiedene Bestandteile voneinander trennen.
Bindemittel sorgen dafür, dass sich diese Komponenten gleichmäßig verbinden und das Futter eine stabilere Struktur bekommt.
So entsteht zum Beispiel:
Gelee
dicke Soße
kompakte Fleischstücke
2. Flüssigkeit im Futter binden
Ein weiterer Grund ist die Wasserbindung.
Bindemittel können Flüssigkeit aufnehmen und im Futter festhalten.
Dadurch wirkt das Nassfutter:
weniger wässrig
gleichmäßiger
kompakter
Ohne Bindemittel würde sich Flüssigkeit häufig deutlich stärker vom restlichen Futter absetzen.
3. Optik und Erwartungen der Menschen
Jetzt kommt ein Punkt, über den selten gesprochen wird.
Viele Eigenschaften von Nassfutter sind nicht für den Hund gemacht, sondern für uns Menschen.
Wenn wir eine Dose öffnen, erwarten viele von uns:
eine appetitliche Struktur
Fleischstücke in Soße oder Gelee
ein gleichmäßiges Aussehen
Wenn stattdessen oben Fett schwimmt, darunter Fleischstücke liegen und sich Flüssigkeit absetzt, empfinden viele Hundeeltern das sofort als „schlechtes Futter“ und finden es unappetitlich.
Obwohl das für den Hund völlig normal sein kann.
Bindemittel werden deshalb teilweise eingesetzt, um genau diese optischen Erwartungen zu erfüllen.
4. Stabilität bei Lagerung und Transport
Ein weiterer technischer Vorteil:
Bindemittel können dafür sorgen, dass das Futter auch nach:
Transport
längerer Lagerung
Temperaturschwankungen
seine Struktur behält.
Gerade bei Nassfutter mit viel Flüssigkeit kann das eine Rolle spielen.
Wichtig ist dabei zu verstehen:
Bindemittel werden nicht eingesetzt, um den Hund mit Nährstoffen zu versorgen. Sie haben vor allem technologische Aufgaben im Herstellungsprozess.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass jedes Futter mit Bindemitteln schlecht ist.
Im nächsten Abschnitt schauen wir uns deshalb genauer an, welche Bindemittel im Hundefutter besonders häufig vorkommen und was dahinter steckt.
Die häufigsten Bindemittel im Hundefutter
In der Futtermittelindustrie werden verschiedene Stoffe eingesetzt, um Nassfutter zu stabilisieren oder eine bestimmte Konsistenz zu erzeugen.
Viele dieser Stoffe stammen aus Pflanzen oder Algen und werden auch in der Lebensmittelindustrie verwendet.
Hier sind einige der häufigsten Bindemittel im Hundefutter und was dahinter steckt.
Agar Agar (E406)
Agar Agar wird aus den Zellwänden bestimmter Algenarten gewonnen, zum Beispiel aus Blau- oder Rotalgen.
Es handelt sich um ein pflanzliches Geliermittel, das häufig eingesetzt wird, um eine feste Gelee-Struktur zu erzeugen.
Eigenschaften:
bindet Flüssigkeit sehr stark
wird vom Körper nicht verdaut
kann in größeren Mengen abführend wirken
Carrageen (E407)
Carrageen stammt ebenfalls aus Rotalgen und wird sehr häufig als Geliermittel eingesetzt.
Es sorgt dafür, dass Nassfutter eine besonders stabile Struktur bekommt.
Dieser Stoff wird jedoch auch kritisch diskutiert.
Mögliche Punkte, die in Studien diskutiert werden:
mögliche Beeinflussung der Mineralstoffaufnahme
mögliche allergische Reaktionen
Zusammenhang mit Entzündungsprozessen im Verdauungstrakt wird untersucht
Nicht jeder Hund reagiert darauf, aber sensible Tiere können empfindlicher sein.
Cassia Gum (E427 / E499)
Cassia Gum wird aus den Samen der Cassia-Tora-Pflanze hergestellt.
Eigenschaften:
pflanzliches Verdickungsmittel
kann allergische Reaktionen auslösen
besonders bei Hunden mit Hülsenfrucht-Unverträglichkeit möglich
größere Mengen können eine abführende Wirkung haben
Bei einem Feuchtigkeitsgehalt über 20 % besteht eine Kennzeichnungspflicht.
Gummi Arabicum (E414)
Gummi Arabicum wird aus dem Harz bestimmter Akazienarten gewonnen.
Es wird als Verdickungs- und Stabilisierungsmittel eingesetzt.
Mögliche Aspekte:
kann Allergien auslösen
wird in der Futtermittelindustrie als technologischer Zusatzstoff verwendet
Guarkernmehl (E412)
Guarkernmehl wird aus den Samen der Guarbohne hergestellt.
Es ist ein sehr starkes Bindemittel und wird häufig eingesetzt.
Eigenschaften:
wird im Darm nicht vollständig verdaut
kann Blähungen oder Bauchkrämpfe verursachen
kann Allergien begünstigen
Gerade bei empfindlichen Hunden kann dieser Stoff problematisch sein.
Johannisbrotkernmehl (E410)
Johannisbrotkernmehl wird aus den Kernen des Johannisbrotbaums gewonnen.
Es wird häufig verwendet, um Flüssigkeit zu binden.
Eigenschaften:
pflanzliches Geliermittel
kann bei Überdosierung leicht abführend wirken
bei Soja-Allergie sind Kreuzreaktionen möglich
Hier kannst du dir eine PDF als Übersicht der häufigsten Bindemittel herunterladen.
Wichtig zu wissen:
Diese Bindemittel gehören zu den technologischen Zusatzstoffen und werden in erster Linie eingesetzt, um die Konsistenz des Futters zu beeinflussen.
Ob sie problematisch sind, hängt stark davon ab:
welche Menge enthalten ist
wie empfindlich der Hund reagiert
und wie die gesamte Rezeptur aufgebaut ist
Genau darüber sprechen wir im nächsten Kapitel.
Dort schauen wir uns an, ob Bindemittel tatsächlich gesundheitliche Probleme verursachen können oder ob manche Diskussionen darüber übertrieben sind.
Können Bindemittel im Hundefutter Probleme verursachen?
Bindemittel im Hundefutter sind, wie schon erwähnt, erst einmal technologische Hilfsstoffe. Sie werden eingesetzt, um die Konsistenz zu verändern oder Flüssigkeit zu binden.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass sie für jeden Hund problematisch sind.
Viele Hunde vertragen kleine Mengen solcher Stoffe problemlos.
Trotzdem gibt es Situationen, in denen Bindemittel eine Rolle spielen können, vor allem bei empfindlichen Hunden.
Verdauungsprobleme bei sensiblen Hunden
Einige Bindemittel werden vom Körper nicht oder nur teilweise verdaut.
Das kann dazu führen, dass sie im Darm Wasser binden oder die Darmtätigkeit beeinflussen.
Mögliche Folgen können sein:
weicher Kot
Durchfall
Blähungen
Bauchkrämpfe
Besonders bei Hunden mit empfindlichem Magen-Darm-Trakt fällt das manchmal schneller auf.
Allergien und Unverträglichkeiten
Ein weiterer Punkt sind mögliche allergische Reaktionen.
Einige Bindemittel stammen aus:
Hülsenfrüchten
Samen
Pflanzenharzen
Wenn ein Hund bereits empfindlich auf bestimmte Pflanzenstoffe reagiert, können solche Zusatzstoffe unter Umständen ebenfalls eine Rolle spielen.
Typische Anzeichen können sein:
Juckreiz
Hautprobleme
Verdauungsbeschwerden
Das ist allerdings kein Automatismus. Viele Hunde reagieren darauf überhaupt nicht.
Einfluss auf die Nährstoffaufnahme
Einige Bindemittel werden außerdem diskutiert, weil sie möglicherweise die Aufnahme bestimmter Mineralstoffe beeinflussen können.
Das bedeutet nicht, dass sie automatisch zu einem Mangel führen.
Die Zusammensetzung der gesamten Futterration spielt hier eine wesentlich größere Rolle.
Die Menge macht den Unterschied
Der entscheidende Punkt bei Bindemitteln ist fast immer die Menge.
Ein kleiner Anteil in einer ausgewogenen Rezeptur ist meist kein Problem.
Anders sieht es aus, wenn:
mehrere Bindemittel gleichzeitig eingesetzt werden
sie weit vorne in der Zutatenliste stehen
oder große Mengen verwendet werden
Dann lohnt sich ein genauer Blick auf die Zusammensetzung des Futters.
Wichtig ist deshalb:
Bindemittel sind nicht automatisch schädlich, aber sie sind auch nicht notwendig für die Ernährung des Hundes.
Und genau hier entsteht oft der größte Denkfehler rund um das Thema Bindemittel.
Der größte Denkfehler bei Bindemitteln im Hundefutter
Wenn man anfängt, sich mit Zutatenlisten zu beschäftigen, passiert häufig etwas ganz Typisches.
Du entdeckst vielleicht ein Bindemittel im Hundefutter und denkst sofort:
„Oh, da ist ein Zusatzstoff drin. Das Futter kann also nicht gut sein.“
So einfach ist es leider nicht.
Denn die Qualität eines Hundefutters entscheidet sich nie an einer einzigen Zutat.
Ein Bindemittel kann zwar ein Hinweis sein, dass man genauer hinschauen sollte. Es sagt aber noch nichts darüber aus, ob ein Futter insgesamt gut oder schlecht ist.
Ein Beispiel:
Ein Nassfutter kann ein Bindemittel enthalten und trotzdem eine sehr gute Zusammensetzung haben, zum Beispiel wenn:
hochwertige tierische Bestandteile enthalten sind
die Deklaration transparent ist
die Rezeptur insgesamt sinnvoll aufgebaut ist
Genauso kann ein Futter ohne Bindemittel eine schlechte Zusammensetzung haben.
Zum Beispiel wenn:
der tierische Anteil größtenteils aus Nebeneruezgnissen besteht
viele pflanzliche Nebenerzeugnisse enthalten sind
die Deklaration unklar formuliert ist
Deshalb ist es wichtig, die Zutatenliste immer im Gesamtkontext zu betrachten.
Bindemittel sind lediglich ein kleiner Baustein in einer Rezeptur.
Entscheidend ist am Ende immer:
die Qualität der Rohstoffe
die Zusammensetzung der Zutaten
und ob das Futter den Bedarf des Hundes wirklich decken kann
Hier findest du übrigens einen ausführlichen Blogbeitrag zum Thema Hundefutter inkl. konkreter Futterempfehlungen.
Gibt es Nassfutter ohne Bindemittel?
Viele gehen davon aus, dass Bindemittel in Nassfutter einfach dazugehören.
Doch das stimmt nicht.
Es gibt durchaus Futtersorten, die komplett ohne Bindemittel auskommen.
Gerade bei hochwertigem Nassfutter oder bei sehr einfachen Rezepturen verzichten einige Hersteller bewusst auf solche technologischen Zusatzstoffe.
Das bedeutet allerdings auch, dass das Futter optisch anders aussehen kann.
Wenn kein Bindemittel enthalten ist, können sich in der Dose zum Beispiel verschiedene Bestandteile voneinander trennen.
Typisch ist dann:
Fleischstücke
Fett
Fleischsaft oder Brühe (Fleisch schwimmt darauf)
Bestandteile, die nicht vollständig miteinander vermischt sind
Für viele wirkt das zunächst ungewohnt. Manche denken sogar, das Futter sei verdorben oder von schlechter Qualität.
Dabei ist genau das Gegenteil oft der Fall. Wenn keine Bindemittel eingesetzt werden, bleibt die natürliche Struktur der Zutaten stärker erhalten.
Die Flüssigkeit stammt dann meist aus:
dem Fleisch selbst
austretendem Fleischsaft beim Erhitzen
oder zugesetzter Brühe
Auch das Fett kann sich teilweise absetzen, weil es nicht künstlich gebunden wird.
Für den Hund spielt das normalerweise keine Rolle.
Viele Hunde bevorzugen sogar Futtersorten mit natürlicher Struktur, weil Geruch und Geschmack intensiver sein können.
Wichtig ist also:
Eine gelartige Konsistenz im Nassfutter entsteht meist durch Bindemittel.
Wenn diese fehlen, sieht das Futter oft weniger „perfekt“, aber dafür natürlicher aus.
Natürliche Bindung im Hundefutter – das wird oft verwechselt
Wenn ein Nassfutter nicht flüssig ist, wird automatisch angenommen, dass Bindemittel enthalten sind.
Das stimmt allerdings nicht.
Auch ohne technologische Zusatzstoffe kann ein Hundefutter eine feste oder leicht gebundene Konsistenz haben. Der Grund dafür sind natürliche Eigenschaften bestimmter Zutaten.
Fleisch kann selbst binden
Ein wichtiger Faktor ist das Fleisch selbst.
Bestimmte Bestandteile enthalten viel Kollagen und Bindegewebe. Beim Erhitzen wird daraus Gelatine.
Diese Gelatine kann dazu führen, dass sich der Fleischsaft leicht verfestigt.
Das Ergebnis sieht dann ähnlich aus wie ein Gelee, obwohl kein Bindemittel zugesetzt wurde.
Besonders häufig passiert das bei:
Haut
Bindegewebe
Sehnen
kollagenreichen Fleischanteilen
Innereien können die Masse ebenfalls binden
Auch Innereien können die Konsistenz beeinflussen.
Leber ist hier ein gutes Beispiel.
Sie hat eine sehr feine Struktur und kann in einer Rezeptur dazu beitragen, dass die Masse natürlich andickt.
Deshalb wirkt ein Futter mit höherem Leberanteil manchmal kompakter, ohne dass Bindemittel enthalten sind.
Pflanzliche Zutaten können ebenfalls binden
Auch einige pflanzliche Zutaten haben natürliche bindende Eigenschaften.
Dazu gehören zum Beispiel:
Haferflocken
Reis
Kartoffeln
bestimmte Gemüsesorten
Diese Zutaten enthalten Stärke oder lösliche Ballaststoffe, die Flüssigkeit aufnehmen können.
Das führt dazu, dass das Futter nicht komplett flüssig bleibt, obwohl keine technologischen Bindemittel zugesetzt wurden.
Konsistenz allein sagt also nichts über Bindemittel aus
Die wichtigste Erkenntnis lautet deshalb:
Die Konsistenz eines Futters allein sagt noch nichts darüber aus, ob Bindemittel enthalten sind oder nicht.
Eine leicht gebundene Struktur kann entstehen durch:
natürliche Gelatine aus Fleisch
Innereien wie Leber
pflanzliche Zutaten mit Stärke oder Ballaststoffen
Hochwertiges Fertigfutter ohne technologische Bindemittel
Nachdem wir uns angeschaut haben, was Bindemittel sind und welche Funktionen sie erfüllen, stellt sich natürlich eine Frage:
Geht Nassfutter auch komplett ohne Bindemittel?
Die Antwort lautet: Ja.
Es gibt durchaus Hersteller, die bewusst auf technologische Bindemittel verzichten und ihre Rezepturen so aufbauen, dass die Konsistenz natürlich entsteht.
Das bedeutet nicht automatisch, dass das Futter komplett flüssig ist. Wie wir im vorherigen Kapitel gesehen haben, können auch Zutaten selbst eine bindende Wirkung haben – zum Beispiel durch:
natürliche Gelatine aus Fleischbestandteilen
Innereien wie Leber
pflanzliche Zutaten wie Reis oder Haferflocken
Dadurch kann ein Futter eine leicht gebundene Struktur bekommen, ohne dass zusätzliche Bindemittel eingesetzt werden müssen.
Ein Beispiel für Hersteller, die verschiedene Futtersorten ohne technologische Bindemittel anbieten, ist Paul & Paulina*. Dort gibt es unterschiedliche Rezepturen, bei denen bewusst auf solche Zusatzstoffe verzichtet wird.
Auch andere Hersteller verfolgen diesen Ansatz, zum Beispiel Alpenwuff* (10% Rabatt mit dem Code 100KMM), Favly* (10% Rabatt mit dem Code Frauchenbackt) oder Butternut Box (hier ein ausführlicher Erfahrungsbericht und 40% Rabatt auf die ersten 2 Boxen mit dem Code frauchenbackt*), die ebenfalls Futtersorten ohne zugesetzte Bindemittel anbieten.
Diese Beispiele sollen nicht bedeuten, dass nur diese Marken geeignet sind. Sie zeigen lediglich, dass es durchaus möglich ist, Nassfutter so zu formulieren, dass keine technologischen Bindemittel notwendig sind.
Wenn ein Hersteller darauf verzichtet, kann das Futter allerdings optisch etwas anders aussehen als viele klassische Nassfuttersorten.
Typisch kann zum Beispiel sein:
etwas mehr Flüssigkeit in der Dose
sichtbarer Fleischsaft
Fett, das sich teilweise absetzt
Für Hunde ist das völlig normal.
Tatsächlich ist eine solche natürliche Struktur oft einfach das Ergebnis davon, dass keine zusätzlichen Stoffe eingesetzt werden, um das Futter künstlich zu stabilisieren.
Wann Bindemittel im Hundefutter ein Warnsignal sein können
Bindemittel im Hundefutter sind zunächst einmal technologische Zusatzstoffe, die eine bestimmte Konsistenz erzeugen oder Flüssigkeit binden.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass jedes Futter mit Bindemitteln schlecht ist.
Trotzdem gibt es einige Situationen, in denen ein genauer Blick auf die Zutatenliste sinnvoll ist. Gerade dann können Bindemittel ein Hinweis darauf sein, dass man die Rezeptur genauer prüfen sollte.
Mehrere Bindemittel gleichzeitig
Ein erstes Warnsignal kann sein, wenn mehrere verschiedene Bindemittel gleichzeitig im Futter enthalten sind.
Manchmal findet man Kombinationen wie:
Guarkernmehl
Johannisbrotkernmehl
Carrageen
Wenn mehrere Verdickungs- oder Geliermittel eingesetzt werden, deutet das häufig darauf hin, dass die Konsistenz des Futters stark technologisch beeinflusst wurde.
Das bedeutet nicht automatisch, dass das Futter schlecht ist, aber es lohnt sich genauer hinzuschauen.
Sehr stark gebundene Gelee-Strukturen
Manchmal fällt auch die Konsistenz des Futters auf.
Wenn ein Nassfutter eine sehr feste, stark gelartige Struktur hat, kann das darauf hindeuten, dass relativ viele Geliermittel verwendet wurden.
Das ist kein sicherer Beweis, kann aber ein Hinweis sein, der dazu motiviert, einen Blick auf die Zutatenliste zu werfen.
Unklare oder geschlossene Deklarationen
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Deklarationsart.
Wenn Zutaten nur sehr allgemein angegeben werden, zum Beispiel:
pflanzliche Nebenerzeugnisse
tierische Nebenerzeugnisse
dann bleibt unklar, welche Rohstoffe tatsächlich verwendet wurden.
Hersteller haben hier einen gewissen Spielraum bei der Zusammensetzung ihrer Produkte. Deshalb lohnt es sich besonders bei solchen Deklarationen, genauer hinzuschauen.
Der wichtigste Blick bleibt die gesamte Rezeptur
Bindemittel allein entscheiden nicht darüber, ob ein Hundefutter gut oder schlecht ist.
Wichtiger ist immer der Blick auf die gesamte Zusammensetzung:
Welche tierischen Bestandteile sind enthalten?
Gibt es eine transparente Deklaration?
Wie sieht die gesamte Rezeptur aus?
Bindemittel können also ein Hinweis sein, der dazu anregt, genauer hinzuschauen – sie sind aber nicht automatisch ein Qualitätsmerkmal für gutes oder schlechtes Futter.
Wenn du mehr über Fertigfutter für Hunde erfahren möchtest, dann schau dir unbedingt meinen Hundefutter-Test an, den du hier findest.
Häufige Fragen
Ist Gelee im Hundefutter automatisch ein Bindemittel?
Nein, nicht unbedingt.
Eine gelartige Konsistenz kann auch natürlich entstehen, zum Beispiel durch:
Gelatine aus Fleischbestandteilen
kollagenreiches Bindegewebe
Innereien wie Leber
- stark wasserziehende Komponenten, wie z.B. Haferflocken, Reis, Quinoa usw.
Erst wenn bestimmte Zusatzstoffe in der Zutatenliste stehen, handelt es sich tatsächlich um technologische Bindemittel.
Aber Achtung:
Manchmal sind technologische Bindemittel enthalten, aber nicht deklariert. Werden bestimmte Grenzen nicht überschritten, dann findest du es nicht unbedingt in der Deklaration.
Sind Bindemittel im Hundefutter gefährlich?
Bindemittel sind in erster Linie technologische Zusatzstoffe, die die Konsistenz eines Futters verändern.
Viele Hunde vertragen kleine Mengen problemlos.
Probleme können eher auftreten, wenn:
sehr große Mengen eingesetzt werden
mehrere Bindemittel kombiniert werden
ein Hund empfindlich auf bestimmte Stoffe reagiert
Deshalb lohnt sich immer ein Blick auf die gesamte Rezeptur des Futters.
Warum ist mein Nassfutter so fest?
Eine feste Struktur kann mehrere Ursachen haben.
Zum Beispiel:
Bindemittel im Futter
natürliche Gelatine aus Fleischbestandteilen
stärkehaltige Zutaten wie Reis oder Hafer
Die Konsistenz allein sagt deshalb noch nichts darüber aus, ob Bindemittel enthalten sind.
Woran erkenne ich Bindemittel in der Zutatenliste?
Bindemittel erkennt man meist an bestimmten Bezeichnungen oder E-Nummern.
Typische Beispiele sind:
Agar Agar (E406)
Carrageen (E407)
Guarkernmehl (E412)
Johannisbrotkernmehl (E410)
Gummi Arabicum (E414)
Diese Stoffe werden eingesetzt, um Flüssigkeit zu binden oder eine gelartige Struktur zu erzeugen.
Hier findest du die Übersichts PDF.
Muss Nassfutter Bindemittel enthalten?
Nein.
Es gibt durchaus Futtersorten, die komplett ohne technologische Bindemittel auskommen.
Die Konsistenz entsteht dort durch die verwendeten Zutaten selbst, zum Beispiel durch Fleischbestandteile oder pflanzliche Zutaten mit natürlicher Bindekraft.
Fazit: Bindemittel im Hundefutter richtig einordnen
Bindemittel im Hundefutter sind zunächst einmal technologische Zusatzstoffe, die dafür sorgen, dass Nassfutter eine bestimmte Konsistenz bekommt.
Sie können zum Beispiel:
Flüssigkeit binden
eine Gelee-Struktur erzeugen
Fleischstücke stabilisieren
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass ein Futter mit Bindemitteln schlecht ist.
Genauso wenig ist ein Futter ohne Bindemittel automatisch gut.
Der entscheidende Punkt ist immer die gesamte Rezeptur:
Welche Zutaten sind enthalten?
Wie transparent ist die Deklaration?
Passt das Futter wirklich zu den Bedürfnissen des Hundes?
Außerdem ist es wichtig zu wissen, dass eine feste oder leicht gebundene Konsistenz nicht zwingend durch zugesetzte Bindemittel entstehen muss.
Auch natürliche Zutaten können eine bindende Wirkung haben, zum Beispiel:
Fleischbestandteile mit viel Kollagen
Innereien wie Leber
pflanzliche Zutaten wie Reis oder Haferflocken
Die Konsistenz allein sagt deshalb noch nichts darüber aus, ob Bindemittel enthalten sind oder nicht.
Wer die Zutatenliste versteht, kann Futtersorten deutlich besser einschätzen – und genau darum geht es am Ende.
Denn je besser du die Deklaration lesen kannst, desto leichter fällt es dir, das passende Futter für dein Hundekind auszuwählen.
Möchtest du lernen, Hundefutter wirklich zu verstehen?
Viele Hundeeltern stehen irgendwann vor der gleichen Frage:
Ist das Futter meines Hundes eigentlich wirklich gut?
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Dort lernst du Schritt für Schritt:
Zutatenlisten richtig zu lesen
Marketingtricks zu erkennen
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